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Sehr geehrte Frau Kommissarin Malmström,

die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen der EU
und dem Staatenbund Mercosur (Argentinien, Brasilien, Uruguay
und Paraguay) sind fast abgeschlossen. Ich bin zutiefst besorgt
über das Abkommen, weil es eine ähnliche Bedrohung für
Verbraucher-, Umwelt- und Gesundheitsstandards darstellt wie
die Abkommen mit den USA (TTIP) oder Kanada (CETA). 

Das Mercosur-Abkommen untergräbt beispielsweise das Europäische
Vorsorgeprinzip – eines der wichtigsten Errungenschaften im
Umwelt- und Lebensmittelrecht. Das Abkommen könnte auch
demokratische Entscheidungen darüber gefährden, welche
Lebensmittel künftig in unseren Supermarktregalen verkauft
werden dürfen (Gentechnik, Pestizide usw.)

Die EU-Kommission plant, die Einfuhrmengen für Rindfleisch,
Geflügel und Zucker aus Südamerika zu erhöhen. Das hätte dort
erhebliche Folgen für Landwirtschaft, Umwelt und die
Menschenrechte. Eine Ausweitung der Fleischproduktion würde
beispielsweise zu verstärkter Abholzung des Regenwalds, höheren
Treibhausgasemissionen und Grundwasserverschmutzung führen. Auf
Zuckerrohr- und Sojabohnenplantagen sind bereits jetzt Verstöße
gegen internationale Arbeitsnormen unter Missachtung
grundlegender Menschenrechte weit verbreitet – mit dem Abkommen
könnten sie noch häufiger werden.

Sehr geehrte Frau Kommissarin Malmström, unter keinen Umständen
darf das EU-Mercosur-Abkommen in Kraft treten! Ich bitte Sie,
das Abkommen zu stoppen und die Verhandlungen einzustellen.

Die Handelspolitik der EU sollte sich an den Bedürfnissen und
Rechten der Menschen und der Umwelt orientieren, nicht an den
Interessen multinationaler Konzerne.

Mit freundlichen Grüßen

—————

Dear Commissioner Malmström,

Negotiations on the free trade agreement between the EU and the
Mercosur trade bloc (Argentina, Brazil, Uruguay and Paraguay)
are nearing completion. I am deeply concerned about this
mega-deal, as it would pose similar threats to consumer, health
and environmental standards as the free trade agreements with
the U.S. (TTIP) and Canada (CETA).

For example, the EU-Mercosur Agreement includes provisions that
undermine the European precautionary principle – one of the
EU’s most important achievements in terms of food safety and
health standards. The Agreement could also jeopardise
democratic decisions concerning what is permitted on our
supermarket shelves (GMO products, pesticide residues etc.).

The EU is offering tariff-rate quotas for beef, poultry and
sugar. As a result, the share of European agri-food imports
from Mercosur would increase, with significant consequences for
the agricultural sector, the environment and human rights. For
example an expansion in meat production, giving rise to higher
levels of deforestation, greenhouse gas emissions and
groundwater contamination. Violations of international labour
standards in the agri-food sector, e.g. on sugar-cane and
soybean plantations, are already common, and their incidence
would likely increase.

Commissioner Malmström, under no circumstances should the
EU-Mercosur agreement be allowed to enter into force! I am
asking you to stop this trade deal and all other trade
agreements that pose a major threat to consumer health and
safety. 

The EU’s trade policy should focus on the needs and rights of
people and our planet, not the interests of multinational
corporations.

Kind regards

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